Spielzeugmuseum im Alten Rathausturm

Marienplatz, München

 

Sammlung Familie Ivan Steiger

 

Auf vier Stockwerken eines gotischen Turms im Herzen Münchens, auf dem Marienplatz, befindet sich seit 1983 eine einmalige Sammlung historischer europäischer und amerikanischer Spielsachen. 
Vom Kassenraum im ersten Stock, in dem eine kleine Auswahl die Neugier wecken soll, führt ein Aufzug in den fünften Stock unter das Turmdach. Von hier steigt der Besucher bequem über die Wendeltreppen von Turmstube zu Turmstube hinab, 
in denen sich die Kinderträume von einst wiederfinden.
Rund um einen historischen Weihnachtsbaum mit reichlichen Weihnachtsbescherungen für eine Großfamilie alter Teddybären, sind im fünften Stock des Museums neben solchen aus prähistorischen Ausgrabungen auch 
die ältesten Spielsachen aus Holz, Papier, Blei und Wachs untergebracht. Aufmerksamkeit verdient besonders ein Spielzeugaltar für künftige Priester, 
ein außergewöhnlicher Biedermeier Putzladen im Originalzustand, und eine Arche Noah mit allen Tierpaaren. 
Die Historie der Plüschtiere und Teddybären wird durch die ältesten Bären, Fotodokumentationen und Schnittmuster aus dem Archiv der Firma Steiff belegt.
Es folgt eine Kollektion von handbemalten "Wunderwerken", Spielzeugen aus Weißblech zum Ziehen und Aufziehen aus Amerika, Deutschland und Frankreich.

Im vierten Stock passiert man das Ehrenbürgerzimmer der Stadt München, das 
der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, und gelangt in den dritten Stock mit Ausblick auf den Marienplatz und ins Tal.

Hier rattern Dampfmaschinen, arbeiten und amüsieren sich blecherne Männer und Frauen (sog. Antriebsmodelle), drehen sich Karusselle, hier gehen Püppchen und Teddybären zusammen zur Schule, tummeln sich Rodler auf der Rodelbahn. 
Die faszinierende Hauptattraktion des dritten Stockwerks bildet ein Teil des Archivs der Firma HAUSSER-Elastolin, einem der bedeutendsten deutschen Spielzeughersteller: Holzhäuser, Bauernhäuser mit Stallungen, ein Zoo, sowie exotische und heimische Tiere, Figuren von Dorfbewohnern und Städtern, Förstern, Soldaten aus zwei Weltkriegen, Indianern, Trappern und Marsbewohnern. Alle Figuren der Marke Elastolin und Lineol sind aus einer Masse, die aus Sägemehl, Kaolin und Kasein besteht hergestellt und innen drahtverstärkt.

Im gleichen Stock können wir auch Puppen mit den lieblichen aber geistlosen Gesichtern aus Porzellan mit Puppen, die nach der Reformbewegung geschaffen wurden, vergleichen. Sogenannte „Charakterpuppen“ zeichnen sich durch charaktervollen Ausdruck und Anmut aus. 
Neben einer uralten Rauchküche kann man auch die bedeutendsten Exponate aus unseren früheren Sonderausstellungen besichtigen. Für Jungs: Blechroboter, Raketen, Raumstationen und eine Rarität – der aus Lehm geformte Golem. Für Mädchen: Über einhundert Barbiepuppen, darunter die legendären # 1, # 2 und  # 3 mit buttermilchfarbenen Körpern und die erste komplette Serie von 21 Bekleidungen aus dem Jahr 1959.

Die Turmstube im zweiten Stock ist dem technischen Verkehrsspielzeug aus der Zeit vor dem 1. und 2. Weltkrieg bis zur Nachkriegszeit (Made in US-Zone) gewidmet, in der sich die umfangreichste Kollektion von Spielzeug und Modelleisenbahnen befindet. Alte Bodenläufer zum Spielen im Sand wechseln sich ab mit aufziehbaren, elektrischen oder dampfgetriebenen Eisenbahnen verschiedenster Spurweiten und Marken wie Märklin und Bing, mit allerlei Zubehör.   
Der Luft- und Straßenverkehr wird dokumentiert von aufziehbaren Autos, von der Autokutsche über die Märklin Baukastenautos zu den Schuco-Modellen, der Lehmann´schen Serie lithographierter Autos und anderen aufziehbaren Spielsachen, Zeppelinen und Flugzeugen. 
Kostbare französische mechanische Automaten aus dem frühen 18. Jahrhundert stehen im Gegensatz zu dem billigen, aus Weißblech gestanzten aufziehbaren Spielzeug, wie auch dem zauberhaften Glitzerspielzeug aus einfachem Dosenblech. Die vor 1875 geschaffenen Blechmöbel in einer Doppelzimmer-Stube stammen von der Firma Rock & Graner.  
Ende des 19. Jahrhunderts erblickten in der amerikanischen Presse gezeichnete Comics die Welt. Die papierenen Helden wurden schnell auch als Spielzeug populär. Nach Max und Moritz kam „The Yellow Kid“, ein junger Bengel, auf den Markt, es folgten Charlie Chaplin, Happy Hooligan, Felix the Cat, Mickey Mouse, Donald Duck, Pinocchio, Popeye, u.v.a.

Im ersten Stock, wo der Besuch beginnt und endet, stellen sich die ältesten Puppen aus Wachs, Porzellan und Holz zur Schau. Unsere Aufmerksamkeit ziehen außerdem Schiffe aller Art auf sich, zwischen denen Taucher und Fische schwimmen. Darüber ist eine einmalige Sammlung von glänzendem lithographierten Blech, „Groschenspielzeug“ oder „Penny Toys“ ausgestellt: Spielsachen, oft kleiner als zehn Zentimeter, die sich Kinder von ihrem Taschengeld ohne Zustimmung der Eltern kaufen durften.

Im Kassenraum ist als Besucherservice ein „Museums-Shop“ eingerichtet, der auf den Verkauf von Fachliteratur, Reproduktionen alter Spielsachen, Nachdrucke alter Kinderbücher, Spiele und Postkarten spezialisiert ist.

Geöffnet: 
täglich  10.00 - 17.30

Eintritt: 
Kinder € 1.-  Erwachsene € 4.-  Familienkarte € 8.- (mit Kindern unter 15 J.)
 Gruppenkarte (ab 10 Personen) € 3.- pro Person

 

Spielzeugmuseum im Alten Rathausturm,

Marienplatz 15,

80331 München,

Tel. 089/294001

 

Büro:

Tel. 089/2711969,

Fax 089/2717014

 

www.toymuseum.de

www.spielzeugmuseum-muenchen.de

www.barbiemuseum.eu

www.ivan-steiger.de